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Was kostet Print on Demand wirklich? Kosten und Steuern für Anfänger

Kein Lager, kein Wareneinsatz, kaum Startkapital, aber welche Kosten und Steuern kommen trotzdem auf dich zu? Die ehrliche, ausführliche Übersicht mit Beispielrechnung.

Von Christoph Scheel 10 Min. Lesezeit Aktualisiert: 2026-08-23

"Ich brauche erst Startkapital" ist einer der teuersten Irrtümer rund um Print on Demand. Produziert wird erst nach dem Verkauf, ein Lager gibt es nicht. Trotzdem entstehen ein paar Kosten, plus steuerliche Pflichten, die du kennen solltest, bevor du startest. Hier die vollständige, ehrliche Übersicht.

Die einmaligen Startkosten

Anders als bei klassischen Handelsmodellen musst du bei Print on Demand nichts auf Vorrat kaufen. Die tatsächlichen Startkosten beschränken sich im Wesentlichen auf die Gewerbeanmeldung und optional ein wenig Software:

20-50€
Gewerbeanmeldung, einmalig
0€
Wareneinsatz, da erst nach Verkauf produziert wird
0€
Lagerkosten, da kein Lager benötigt wird

Die laufenden Kosten, je nach Weg

Wie hoch deine laufenden Kosten sind, hängt maßgeblich davon ab, welchen Weg du wählst. Verkaufst du über Marktplätze wie Spreadshirt oder Amazon Merch, entstehen praktisch keine Fixkosten, du zahlst im Grunde nur über die Marge pro verkauftem Produkt, die automatisch im Verkaufspreis steckt. Baust du dagegen einen eigenen Shop mit Printify auf, kommen die Shopgebühren der jeweiligen Plattform hinzu, zum Beispiel ab rund 36 Euro im Monat für einen Shopify-Shop, plus mögliche Kosten für Apps, Domain und E-Mail-Marketing-Tools.

KostenpunktHöheWann fällig
Gewerbeanmeldung20-50€Einmalig, beim Start
Marktplatz-Verkauf (Spreadshirt, Amazon Merch)Keine FixkostenMarge fließt automatisch in den Verkaufspreis ein
Eigener Shop (z. B. Shopify + Printify)Ab ca. 36€/MonatLaufend, unabhängig vom Umsatz
Domain (bei eigenem Shop)Ca. 10-20€/JahrJährlich
BuchhaltungssoftwareWenige Euro/MonatLaufend, optional aber empfehlenswert

Gebührenmodelle der Plattformen im Vergleich

Die drei großen Plattformen unterscheiden sich nicht nur im Modell, sondern auch darin, wie ihre Gebühren wirtschaftlich strukturiert sind. Bei Spreadshirt zahlst du keine Fixkosten, sondern erhältst eine Provision auf jeden Verkauf, während Spreadshirt Produktion und Versand komplett trägt. Bei Amazon Merch on Demand funktioniert es ähnlich: Du legst deinen Verkaufspreis fest, Amazon zieht die Herstellungs- und Abwicklungskosten ab, der Rest ist dein Gewinn pro Stück. Bei Printify in Kombination mit einem eigenen Shop kommen zwei Kostenebenen zusammen: die Shopgebühr der Plattform (etwa Shopify) als Fixkosten, plus die Produktionskosten pro Bestellung, die du in deine Verkaufspreise einkalkulieren musst.

Der wesentliche Unterschied für deine Kalkulation: Bei reinen Marktplätzen trägst du praktisch kein finanzielles Risiko, weil ohne Verkauf auch keine Kosten entstehen. Bei einem eigenen Shop zahlst du die Fixkosten unabhängig davon, ob überhaupt etwas verkauft wird, wofür du im Gegenzug höhere Margen und mehr Kontrolle über Marketing und Kundenbindung bekommst.

Welche Steuern fallen an?

Sobald du gewerblich verkaufst, kommen drei Steuerarten ins Spiel, die du im Blick behalten solltest:

  • Einkommensteuer: Dein Gewinn, also Einnahmen abzüglich Ausgaben, wird mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert und über die jährliche Einkommensteuererklärung abgerechnet.
  • Umsatzsteuer: Regulär 19 % auf den Verkaufspreis, für bestimmte Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 %. Über die Kleinunternehmerregelung lässt sich die Umsatzsteuer-Ausweisung bis zu bestimmten Umsatzgrenzen vermeiden.
  • Gewerbesteuer: Wird erst ab einem bestimmten Gewinn fällig, für Einzelunternehmer gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr, und richtet sich zusätzlich nach dem Hebesatz deiner Gemeinde.

Nach der Gewerbeanmeldung werden deine Daten automatisch an das Finanzamt weitergeleitet, du bekommst von dort aus einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zugeschickt. Darin entscheidest du unter anderem über die Kleinunternehmerregelung und die Art der Gewinnermittlung, in der Regel die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), die für die meisten Einzelunternehmer im Print-on-Demand-Bereich ausreicht.

Kleinunternehmerregelung: Wann sie sich lohnt

Die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG befreit dich von der Pflicht, Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen, solange dein Umsatz bestimmte gesetzliche Grenzen nicht überschreitet. Für die meisten Einsteiger mit überschaubarem Startbudget lohnt sie sich, weil die Buchhaltung dadurch spürbar einfacher wird und keine separate Umsatzsteuervoranmeldung nötig ist. Der Kompromiss: Du kannst im Gegenzug auch keine Vorsteuer aus eigenen Ausgaben, etwa für Werbung oder Software, geltend machen. Wer plant, größere Investitionen zu tätigen oder schnell zu skalieren, sollte diese Entscheidung im Zweifel mit einem Steuerberater besprechen.

Beispielrechnung: Erste 100 verkaufte Shirts

Um die Kosten greifbarer zu machen, hier ein vereinfachtes Beispiel für den Start über einen Marktplatz wie Spreadshirt, ohne eigenen Shop:

PositionBetrag
Gewerbeanmeldung (einmalig)-35€
Verkaufspreis pro Shirt (Beispiel)22€
Produktionskosten pro Shirt (trägt die Plattform)bereits eingepreist
Deine Marge pro Shirt (Beispiel)ca. 4-6€
Erlös bei 100 verkauften Shirtsca. 400-600€
Abzüglich Einkommensteuer (individuell)abhängig vom Gesamteinkommen

Diese Zahlen sind bewusst vereinfacht und variieren je nach Plattform, Produkt und Marge, die du selbst festlegst. Sie zeigen aber das Grundprinzip: Das finanzielle Risiko bleibt selbst bei den ersten 100 Verkäufen minimal, weil kein Kapital für Produktion oder Lager gebunden wird.

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Die teuersten Fehler beim Thema Kosten

  • Kleinunternehmerregelung falsch oder gar nicht gewählt: Führt entweder zu unnötigem Verwaltungsaufwand oder zu verschenkter Vorsteuer.
  • Shopgebühren ohne Kalkulation: Ein eigener Shop lohnt sich nur, wenn die Fixkosten in der Preiskalkulation berücksichtigt sind, sonst frisst die monatliche Gebühr die Marge auf.
  • Gewerbesteuer übersehen: Wer den Freibetrag überschreitet, aber nicht mit der zusätzlichen Steuer plant, wird von der Nachzahlung überrascht.
  • Belege nicht gesammelt: Ohne saubere Ablage lassen sich abzugsfähige Ausgaben am Jahresende kaum noch vollständig nachweisen.
Kurz und ehrlich

Häufige Fragen

Brauche ich wirklich kein Startkapital für Print on Demand?

Für den Wareneinsatz nicht, da erst nach dem Verkauf produziert wird. Kleinere Kosten wie die Gewerbeanmeldung fallen trotzdem an, ein finanzielles Risiko durch Restbestände oder Lager entsteht aber nicht.

Wie hoch ist die Umsatzsteuer bei Print on Demand?

Der reguläre Satz in Deutschland liegt bei 19 %. Über die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG kannst du dich davon befreien lassen, solange dein Umsatz die gesetzlichen Grenzen nicht überschreitet.

Ab wann muss ich Gewerbesteuer zahlen?

Gewerbesteuer wird erst ab einem bestimmten Gewinn fällig, der Freibetrag liegt für Einzelunternehmer bei 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr. Die genaue Höhe hängt zusätzlich vom Hebesatz deiner Gemeinde ab.

Lohnt sich ein eigener Shop trotz laufender Kosten?

Das hängt vom Ziel ab. Für schnelle erste Verkäufe reichen Marktplätze wie Spreadshirt oder Amazon Merch meist ohne Fixkosten. Wer eine eigene Marke mit voller Kontrolle über Branding und Kundenbeziehung aufbauen will, für den lohnen sich die Shopgebühren langfristig oft trotzdem.

Brauche ich für Print on Demand einen Steuerberater?

Zwingend nötig ist er nicht, gerade bei überschaubaren Umsätzen und der einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Bei komplexeren Fragen, etwa zur Kleinunternehmerregelung oder bei schnellem Wachstum, kann ein einmaliges Beratungsgespräch trotzdem Geld und Nerven sparen.

Das war nur ein Ausschnitt.

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